Selbstverständnis

Selbstverständnis des Frauenstadtarchivs Dresden

Das Frauen*stadtarchiv Dresden ist ein Projekt, das mit seiner Arbeit die Frauen*geschichte Dresdens und Umgebung bewahren und vermitteln will, da das Sammeln und somit auch die Aufarbeitung von Zeitzeugnissen rund um Frauen*belange, -erfahrungen sowie -biografien in der Vergangenheit bis heute von den allgemeinen Institutionen nur sehr lückenhaft erfolgte.

Bei unserer Arbeit haben wir nie infrage gestellt, welche Personengruppen das einschließt. Doch in der letzten Zeit vermehren sich die Anfeindungen gegenüber trans Personen – zu unserem entsetzten auch in vermeintlich feministischen Kreisen –, sodass wir es nun in aller Deutlichkeit festhalten wollen: Trans Frauen sind Frauen und somit sind ihre Geschichten und Erfahrungen bewusst und für uns selbstverständlich im Frauen*stadtarchiv Dresden berücksichtigt. Da auch trans Männer und manche nicht-binäre Personen, denen bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugeschrieben wurde, erlebt haben oder erleben, was es heißt, als Frau gelesen zu werden, sind auch diese Personen je nach Schwerpunkt Teil unsere Zielgruppe.

Da wir im letzten Jahr vor allem zu diesem Thema viele Fragen bekommen haben, findet ihr nun ein FAQ hier auf unserer Homepage.

Das Frauenstadtarchiv Dresden (FSA) arbeitet innerhalb des FrauenBildungsHaus Dresden e.V. als eigenständiges Projekt mit den Arbeitsschwerpunkten Frauen*geschichts- und Geschlechterforschung. Seit Januar 2012 ist es räumlich im FrauenBildungsHaus Dresden (Oskarstraße 1, 01219 Dresden) angesiedelt, zuvor im Stadtarchiv Dresden. Die Kooperation mit dem Stadtarchiv Dresden wird dergestalt fortgeführt, dass ein Teil der Veranstaltungen weiterhin in den Räumlichkeiten des Archivs angesiedelt sind und diese vom Personal des Hauses technisch und organisatorisch unterstützt werden. Auch die Pflege der FSA-Bestände (Sign.: 13.57 / 13.94) sowie deren Verwaltung bzw. Bereitstellung zur Nutzung vor Ort bleiben im Zuständigkeitsbereich des Stadtarchivs Dresden.

Das Frauenstadtarchiv Dresden versteht sich als außeruniversitäre wissenschaftliche Dokumentations-, Forschungs- und Bildungseinrichtung mit dem Schwerpunkt der Frauen*- und Geschlechtergeschichte in Dresden und Sachsen. Zugleich ist das FSA ein feministisches Projekt, das durch seine Arbeit der Förderung der Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frau* und Mann* dient.

Als Geschichtswissenschaftlerinnen* ist es den Mitarbeiterinnen* ein Hauptanliegen, historische Frauen*persönlichkeiten öffentlich zu machen und damit weibliches* Leben und Wirken aus vergangenen Epochen aufzuzeigen sowie auf deren Vorbildwirkung für heute hinzuweisen. Dabei sieht sich das FSA der „Vielfalt der Geschichte und ihrer Deutung“ verpflichtet und nimmt damit unmittelbar Bezug auf das jüngste Dresdner Erinnerungskonzept.

Das FSA sieht sich als Schnittstelle zwischen Forschung und Alltag. Es bietet Weiterbildungsangebote über historische Frauen*persönlichkeiten und Möglichkeiten der Begegnung und thematischen Auseinandersetzung.

Kooperationen bestehen auf lokaler / regionaler Ebene mit:

in Dresden ansässigen Frauen*projekten, Vereinen und Institutionen, der Gleichstellungsbeauftragten für Frau und Mann der Landeshauptstadt Dresden, der Gleichstellungsbeauftragten der Landesdirektion Dresden, dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Dresden, dem Städtischen Vermessungsamt, der Bürgerstiftung Dresden, der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, der Interessengemeinschaft Schauspiel Dresden e. V., dem Historischen Archiv der Sächsischen Staatsoper Dresden, der TU Dresden (hier vor allem: Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte), dem Goethe-Institut Dresden, der Geschichtswerkstatt Dresden-Nordwest, Dresdner Schulen, der HAtiKVA e. V. uvm. (siehe Links)

auf überregionaler Ebene mit:

dem i.d.a.-Dachverband deutschsprachiger Frauen / Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen e.V. und damit mit den hier zusammengeschlossenen deutschsprachigen Frauenprojekten / -einrichtungen in Deutschland, der Schweiz, Italien, Österreich und Luxemburg sowie

den Miss Marples Schwestern, einem bundesweiten Netzwerk von Gruppen, Projekten, Vereinen und Einzelfrauen zur Spurensuche von lokaler und regionaler Frauengeschichte.